Home / Leistungen / Was kostet ein Imagefilm
Was kostet ein Imagefilm?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, und wer es trotzdem tut, kennt euer Projekt nicht. Was sich sagen lässt: welche fünf Faktoren den Preis bestimmen, und an welchen davon ihr selbst drehen könnt.
A001 · Vorweg
Warum hier keine Preisliste steht
Zwei Projekte mit demselben Namen können um den Faktor zehn auseinanderliegen. Eine Zahl ohne Kenntnis des Projekts wäre geraten, und daran hätte niemand Freude.
Ein Drehtag
Ein Standort, drei Interviews, zweiköpfiges Team, vorhandenes Licht, ein Film plus Social-Schnitt. Planbar, überschaubar, in drei Wochen fertig.
Vier Drehtage
Drei Standorte, gesetztes Licht, Cast, Drohne, Spezialaufnahmen, drei Sprachfassungen. Gleiche Bezeichnung, völlig anderes Projekt.
Spannen sind wertlos
Eine Angabe von „ab X" hilft nur dem, der sie schreibt. Sie zieht Anfragen an, die nicht passen, und enttäuscht die, die passen würden.
Festpreis nach Briefing
Nach einem Gespräch von zwanzig Minuten können wir einen Festpreis nennen. Der gilt dann auch. Nachforderungen gibt es bei uns nicht.
A002 · Kostentreiber
Woraus sich der Preis zusammensetzt
In dieser Reihenfolge, nach Gewicht. Der größte Posten ist fast nie die Technik.
Drehtage
Der mit Abstand größte Hebel. Jeder zusätzliche Tag kostet Crew, Anfahrt und Material. Zwei Standorte an einem Tag sind günstiger als zwei Tage.
Crewgröße
Zwei Personen oder sechs. Hängt davon ab, ob Licht gesetzt wird, ob Ton separat läuft und ob parallel gedreht werden muss.
Vorbereitung
Konzept, Drehbuch, Storyboard, Locationscouting, Genehmigungen. Bei inszenierten Produktionen oft so aufwendig wie der Dreh selbst, siehe Filmproduktion.
Postproduktion
Schnitt, Color Grading, Sounddesign, Grafik, Untertitel. Wächst mit der Materialmenge und mit der Zahl der Fassungen, nicht mit der Filmlänge.
Rechte und Extras
Musiklizenz, Cast, Sprecher, Fremdsprachen, Archivmaterial. Einzeln klein, zusammen schnell ein eigener Posten.
A003 · Stellschrauben
Woran ihr selbst drehen könnt
Fünf Entscheidungen, die den Preis spürbar senken, ohne dass der Film schlechter wird.
- Drehtage bündeln. Alles an einem Tag statt verteilt über Wochen. Spart Anfahrt, Auf- und Abbau und Abstimmung.
- Einen Standort wählen. Jeder Ortswechsel kostet eine bis zwei Stunden, in denen nicht gedreht wird.
- Eigene Leute statt Cast. Wirkt bei Unternehmensfilmen ohnehin glaubwürdiger, siehe Imagefilm und Recruitingfilm.
- Fassungen vorher festlegen. Wer von Anfang an weiß, dass eine Hochformatfassung gebraucht wird, dreht passend. Nachträglich kostet es einen zweiten Schnitt.
- Ansprechpartner benennen. Eine Person, die entscheidet. Abstimmungsschleifen über vier Leute sind der häufigste Grund, warum Projekte teurer werden als geplant.
A004 · Angebot
Was wir für einen Preis brauchen
Mit diesen fünf Angaben können wir ein belastbares Angebot machen. Fehlen sie, bleibt jede Zahl geraten.
- Wer soll den Film sehen, und was soll danach passieren? Die wichtigste Frage, und die am häufigsten unbeantwortete.
- Wo läuft er? Startseite, Messe, Social, Stellenanzeige. Daraus ergeben sich Länge und Format.
- Wie viele Orte und Menschen? Daraus ergeben sich Drehtage und Crew.
- Bis wann? Ein enger Termin kostet mehr, weil er Umplanung bedeutet.
- Welcher Rahmen steht zur Verfügung? Das ist keine Fangfrage. Mit einem Rahmen bauen wir das bestmögliche Projekt dafür, ohne raten wir zweimal.
A005 · Häufige Fragen
Kurz gefragt
Nein. Ein Preis pro Minute klingt greifbar, bildet die Arbeit aber falsch ab. Ein dreiminütiger Film aus einem Drehtag ist günstiger als ein einminütiger aus vier Drehtagen. Bezahlt wird Aufwand, nicht Länge.
Keinen festen. Unterhalb eines halben Drehtags lohnt sich die Anfahrt für beide Seiten selten, dann ist meist ein anderes Format sinnvoller, etwa eine Serie kurzer Clips statt eines einzelnen Films.
Bei größeren Produktionen in zwei Schritten, ein Teil bei Auftragserteilung, der Rest nach Abnahme. Bei kleineren nach Abnahme. Das steht im Angebot, bevor ihr zusagt.
Zwei Feedbackschleifen sind im Festpreis enthalten. Das reicht fast immer. Wenn danach noch etwas kommt, sagen wir vorher, was es kostet, statt es stillschweigend zu berechnen.
Ja, wenn der Anspruch dazu passt. Mit einem kleinen Rahmen lässt sich ein guter dokumentarischer Film drehen, aber keine Inszenierung mit Cast und gesetztem Licht. Wir sagen das offen, bevor jemand Geld ausgibt.